9. Forschungssymposium Physiotherapie
Referent: Jesko Streeck
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung, die oft nach einer Infektion, wie COVID-19, auftritt. Charakteristisch für ME/CFS sind eine anhaltende, krankhafte Erschöpfung, kognitive Beeinträchtigungen und das Kardinalsymptom der postexertionellen Malaise (PEM) – eine anhaltende Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Belastung. Aktuelle Studien zeigen eine signifikante Überschneidung zwischen Long COVID und ME/CFS, da viele Long-COVID-Patienten die diagnostischen Kriterien für ME/CFS erfüllen.
Screening und Diagnostik
Die Erkennung von ME/CFS ist aufgrund fehlender Biomarker herausfordernd. Zu den wichtigsten Diagnoseinstrumenten gehören die Kanadischen Konsenskriterien zur Symptomidentifikation, den NASA-Lean-Test für orthostatische Intoleranz, den Handgreiftest zur Messung der muskulären Fatigue, Aktivitätsprotokolle zur PEM-Erkennung sowie eine erweiterte Labordiagnostik zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen.
Therapeutische Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten
Da ME/CFS bisher nicht heilbar ist, konzentriert sich die Therapie auf Symptommanagement und Verbesserung der Lebensqualität:
ME/CFS stellt eine erhebliche Belastung für Betroffene dar, sowohl sozial als auch beruflich. Die Krankheit ist in der medizinischen Praxis oft unterdiagnostiziert und erfordert dringend mehr Forschung für gezielte Therapieansätze. Insbesondere im Zuge der COVID-19-Pandemie gewinnt ME/CFS zunehmend an Bedeutung.
Diese Präsentation bietet einen umfassenden Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, Diagnostik, therapeutische Hilfen und Selbstmanagement-Strategien für ME/CFS-Patienten.
© Jesko Streeck
Jesko Streeck ist ein deutscher Diplom-Physiotherapeut und Dozent und bietet eine Vielzahl von Fortbildungen an, darunter:
Engagement im Spitzensport:
Online-Präsenz: