9. Forschungssymposium Physiotherapie
Referent:innen: Prof. Dr. Robert Richter, Hochschule Furtwangen; Astrid Polzer (M. Sc.); Pia Rangnow (M. Sc.), Marleen Schenk (B. A.)
Naturbasierte Interventionen sind Maßnahmen, die mit und in der Natur stattfinden, um die Gesundheit von Patient:innen und Klient:innen zu fördern. International gibt es eine Vielzahl solcher Konzepte, darunter Waldbaden (shinrin-yoku), naturbasierte Heimübungsprogramme oder die Verschreibung von Zeit in der Natur1.
Die Integration naturbasierter Interventionen in die Physiotherapie ist in Deutschland bislang ein ungenutztes Potenzial. Zahlreiche Studien belegen die gesundheitsfördernden Effekte der Natur, darunter Stressreduktion, geringere Mortalität, Bewegungsförderung, Gewichtsreduktion, Schmerzreduktion sowie positive Auswirkungen auf Rehabilitations- und Heilungsverläufe. Auch die mentale Gesundheit und das Herz-Kreislauf-System profitieren nachweislich von Aufenthalten in natürlichen Umgebungen1,2.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Zugang zu Grünflächen innerhalb von 300 Metern bzw. 5 Gehminuten zum Wohnort, um körperliche Aktivität zu fördern und das psychische Wohlbefinden in urbanen Räumen zu verbessern3. Gleichzeitig gewinnt das Feld der naturbasierten Physiotherapie in der internationalen Physiotherapiewissenschaft zunehmend an Bedeutung.
Angesichts der globalen ökologischen Krisen sowie den Herausforderungen des Anthropozäns kann eine stärkere Verbindung der Menschen mit der Umwelt, sowohl das menschliche Wohlbefinden als auch das Gleichgewicht und die Gesundheit der gesamten Erdsysteme fördern2.
Wir laden die Teilnehmenden ein, mit uns einen Einblick in die naturbasierte Physiotherapie zu bekommen und gemeinsam auszuloten, wie in den Arbeitsfeldern Praxis, Lehre und Forschung das Thema in der Physiotherapie aufgegriffen werden kann.
Der Workshop bindet sich in einen kontinuierlichen Prozess für eine zukunftsfähige Entwicklung der Physiotherapie ein.
© Fabio Fernandes
Astrid arbeitet hauptsächlich als Physiotherapeutin im muskuloskelletalen Berich im Activatio in Hamburg. Als Nebentätigkeit arbeitet sie an verschiedenen Hochschulen, u. A. an der HS Bremen, mit Lehraufträgen. Dazu kommt seit 2024 die Mitherausgeberschaft der Fachzeitschrift MSK. Ehrenamtlich engagiert ist sie bei der AG ErgoLogoPhysio der Health for Future Bewegung.
© Robert Richter
Robert ist Professor für Bewegungstherapie an der Hochschule Furtwangen. Er ist im erweiterten Vorstand der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit (KLUG) sowie aktiv in den Health for Future Gruppen ErgoLogoPhysio sowie Lehre. Zudem engagiert er sich in der deutschsprachigen Sektion des Critical Physiotherapy Network (dCPN) und in der Sektion Theorieentwicklung in der DGPTW.
© Nicole Dietzel
Pia arbeitet in einer Forschungsgruppe zur lebensweltorientierten Gesundheitsförderung an der Hochschule Bochum. Sie gestaltet interdisziplinare Seminare zur planetaren Gesundheit sowie zur Gesundheitsförderung in Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Ehrenamtlich ist aktiv in der Health for Future AG ErgoLogoPhysio.
© Sebstian Moelle
Marleen studiert im Master Gesundheitswissenschaften mit dem Schwerpunkt Versorgungsforschung an der Universität Lübeck. Neben ihrem Studium arbeitet sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin des UKSH im Fachbereich Rehabilitation. Zuvor war sie als Physiotherapeutin im orthopädischen Bereich tätig. Darüber hinaus engagiert sie sich ehrenamtlich in der Health for Future AG ErgoLogoPhysio.