MUSHCORE
Projektleitung | Müssig, Jörg, Prof. Dr.-Ing. |
---|---|
Durchführende Organisation | Hochschule Bremen, Fakultät 5 |
Projekttyp | HSB-intern gefördertes Projekt |
Mittel- bzw. Auftragsgeber | Hochschule Bremen, F&E-Fonds |
Förder- bzw. Auftragssumme | 10.828,00 € |
Laufzeit | 04/2025 - 03/2026 |
Institut | Bionik-Innovations-Centrum Bremen |
Forschungscluster | Region im Wandel |
Im Projekt „MUSHCORE“ soll die Eignung des Myzels von Edelspeisepilzen für die Nutzung als Kernwerkstoff für technische Sandwichverbundwerktoffe untersucht werden. Als Substrat für die Züchtung der Pilze soll Biomasse aus dem Anbau in Paludikultur genutzt werden. Paludikultur bezeichnet die landwirtschaftliche Nutzung von nassen oder wiedervernässten Moorböden. Für die Landwirtschaft trocken gelegte Moorböden sind für 7,5 % der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich, während nasse Moorböden sogar eine Treibhausgassenke darstellen können. In der Wiedervernässung dieser Flächen liegt daher ein enormes Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen, weshalb sie politisch insbesondere in moorbodenreichen Bundesländern wie Niedersachsen gewollt ist. Relativ offen ist dabei noch die Frage nach Verwertungsoptionen der Paludikultur-Biomasse, da sie sich beispielsweise in Biogasanlagen nur als Beimischung zu herkömmlichem Substrat eignet. Daher ist die Untersuchung innovativer Verwertungsoptionen ein wichtiges, sich gerade stark entwickelndes Forschungsfeld. Dabei steht insbesondere der Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten im Fokus. Die Nutzung der Paludikultur-Biomasse als Anzuchtsubstrat für Edelspeisepilze in Kombination mit einer gezielten Nutzung des mit Myzel durchwachsenen Substrats für Sandwichkerne kann eine solche regionale Wertschöpfungskette bilden. In Zusammenarbeit mit der Pilzschmiede in Bremen (Manufaktur für Pilze und Pilzerzeugnisse) sollen verschiedene Edelspeisepilzarten auf deren Ertrag auf unterschiedlichen Substraten aus Paludikultur-Biomasse untersucht werden. Die durchwachsenen Substrate sollen in verschiedenen Versuchen mechanisch charakterisiert werden, um ihre Eignung als Sandwichkernwerkstoffe zu ermitteln. Mit den besten Varianten werden Sandwichplatten mit unterschiedlichen Decklagen aus naturfaserverstärkten Kunststoffen hergestellt und getestet. Die so hergestellten bio-basierten Sandwichplatten könnten für Pilzzucht- und Transportboxen, Möbelstücke oder Bodenplatten von Lebensmittel-Verkaufswagen (Foodtrucks) eingesetzt werden.